Dünndarmmotilität
Dünndarmmotilität – Bewegung im Dünndarm
Die Dünndarmmotilität bezeichnet die Fähigkeit des Dünndarms, Nahrungsbrei durch koordinierte Muskelbewegungen voranzutransportieren und gleichzeitig mit Verdauungssäften zu vermischen. Sie ist eine Grundvoraussetzung für eine effektive Nährstoffaufnahme und wird durch das enterische Nervensystem sowie Hormone und das vegetative Nervensystem gesteuert.
Arten der Dünndarmbewegungen
Der Dünndarm führt zwei wesentliche Arten von Bewegungen aus:
- Segmentationsbewegungen: Kurze, ringförmige Kontraktionen durchmischen den Nahrungsbrei mit Verdauungsenzymen und erhöhen den Kontakt mit der resorbierenden Schleimhaut.
- Peristaltische Wellen: Koordinierte Kontraktionswellen schieben den Inhalt in Richtung Dickdarm. Mehr dazu im Eintrag Peristaltik.
Störungen der Dünndarmmotilität
Eine gestörte Dünndarmmotilität – zu träge oder zu schnell – kann verschiedene Symptome verursachen: Blähungen, Bauchkrämpfe, Völlegefühl oder Durchfall. Ursachen umfassen Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom, diabetische Neuropathie, Hypothyreose oder die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Opioide). Pflanzliche Wirkstoffe mit antispasmodischen Eigenschaften können bei funktionellen Störungen lindernd wirken.
Diagnostische Methoden
Die Dünndarmmotilität kann mithilfe von Szintigraphie, Kapselendoskopie oder speziellen Atemtests gemessen werden. Diese Verfahren kommen vor allem bei klinisch unklaren Fällen mit anhaltenden Verdauungsbeschwerden zum Einsatz.
Fazit
Die Dünndarmmotilität ist eine wichtige physiologische Größe für eine gesunde Verdauung. Störungen können vielfältige Beschwerden auslösen und sollten bei anhaltenden Symptomen ärztlich abgeklärt werden. Mehr zu den Bewegungsmechanismen des Verdauungstrakts finden Sie im Roleca-Glossar.