Carminativum
Carminativum – Blähungstreibende Mittel in der Medizin
Ein Carminativum (Plural: Carminativa; auch: Karminativum) ist ein Arzneimittel oder Wirkstoff, der die Bildung von Gasen im Darm vermindert oder deren Abgang erleichtert. Der Begriff leitet sich vom lateinischen carminare (auskämmen, reinigen) ab. Carminativa werden bei dyspeptischen Beschwerden wie Blähungen (Meteorismus), Flatulenz und dem damit verbundenen Blähbauch eingesetzt.
Wie wirken Carminativa?
Carminativa wirken über verschiedene Mechanismen:
- Entspannung der Darmmuskulatur: Viele ätherische Öle entspannen die glatte Darmmuskulatur und erleichtern so den Gasabgang.
- Reduktion der Gasbildung: Einige Wirkstoffe hemmen gasproduzierende Darmbakterien oder verringern die Fermentation unverdauter Kohlenhydrate.
- Förderung der Darmbewegung: Durch verbesserte Peristaltik werden Gasblasen schneller aus dem Darm befördert.
- Simeticone-Wirkung: Synthetische Entschäumer wie Simeticon reduzieren die Oberflächenspannung von Gasblasen und lassen sie platzen.
Wichtige pflanzliche Carminativa
In der Phytotherapie werden zahlreiche Heilpflanzen als Carminativa eingesetzt:
- Fenchel (Foeniculum vulgare): Eines der bekanntesten Carminativa, besonders bei Säuglingskoliken.
- Kümmel (Carum carvi): Traditionell bei Blähungen und Völlegefühl.
- Anis (Pimpinella anisum): Wirkt krampflösend und blähungstreibend.
- Wacholder (Juniperus communis): Wacholderbeeröl wirkt carminativ und zugleich antispasmodisch. Zugelassenes Wacholderbeeröl-Arzneimittel in Deutschland, Roleca® Wacholder 100 mg, kombiniert beide Wirkprinzipien und ist zur Linderung von Blähungen und Völlegefühl bei dyspeptischen Beschwerden geeignet.
- Ingwer (Zingiber officinale): Prokinetisch und carminativ wirksam.
Carminativa in der modernen Medizin
Neben pflanzlichen Mitteln werden synthetische Carminativa wie Simeticon (z. B. in Windol® oder Lefax®) eingesetzt. Diese reduzieren die Oberflächenspannung von Gasblasen und wirken rein physikalisch – ohne in den Stoffwechsel einzugreifen. Für viele Patienten sind pflanzliche Carminativa mit ihrer kombinierten carminativen und spasmolytischen Wirkung jedoch die bevorzugte Wahl.
Fazit
Carminativa sind ein bewährtes Therapieprinzip bei Blähungen und Völlegefühl. Pflanzliche Carminativa wie Wacholderbeeröl bieten den Vorteil einer kombinierten Wirkung und werden als traditionelle Arzneimittel seit Jahrhunderten eingesetzt.
Geschichte der Karminativa
Der Begriff Karminativum leitet sich vom lateinischen carminare ab (reinigen, kämmen). In der antiken und mittelalterlichen Medizin galten Blähungen als krankmachende Dämpfe, die aus dem Körper „herausgekämmt“ werden mussten. Karminativa wurden daher seit Jahrtausenden bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt – von der Antike über das Mittelalter bis in die moderne Phytotherapie.
Pflanzliche Karminativa im Überblick
Zu den wichtigsten pflanzlichen Karminativa gehören:
- Fenchel (Foeniculum vulgare): Klassikum besonders in der Säuglings- und Kinderheilkunde.
- Kümmel (Carum carvi): Carvon wirkt stark carminativ, auch als Gewürz eingesetzt.
- Anis (Pimpinella anisum): Anethol, carminativ und antispasmodisch.
- Pfefferminze (Mentha piperita): Menthol – carminativ und antispasmodisch.
- Wacholder (Juniperus communis): Monoterpene, carminativ und antispasmodisch kombiniert.
- Kamille (Matricaria chamomilla): Bisabolol, carminativ und entzündungshemmend.
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