Pflanzliche Wirkstoffe
Pflanzliche Wirkstoffe – die Grundlage der Phytotherapie
Pflanzen produzieren eine Vielzahl chemischer Verbindungen, die ursprünglich der Abwehr von Fressfeinden, der Anlockung von Bestäubern oder dem Schutz vor UV-Strahlung dienen. Viele dieser Substanzen haben sich als medizinisch wirksam erwiesen und bilden die Grundlage der Phytotherapie. Man bezeichnet sie als pflanzliche Wirkstoffe oder phytogene Wirkstoffe (Phytochemikalien).
Wichtige Gruppen pflanzlicher Wirkstoffe
Terpene und Terpenoide
Terpene sind eine der größten und vielfältigsten Gruppen pflanzlicher Verbindungen. Sie entstehen aus Isopren-Einheiten und umfassen Monoterpene (z. B. Limonen, Terpinen-4-ol), Sesquiterpene (z. B. β-Caryophyllen) und Diterpene. Terpene finden sich in vielen ätherischen Ölen und zeigen antispasmodische, antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften.
Im Wacholderbeeröl überwiegen die Monoterpene: α-Pinen (20–50 %), Sabinen (bis 20 %), β-Myrcen (1–35 %), Terpinen-4-ol (0,5–10 %) und Limonen (2–12 %) sind die bestimmenden Inhaltsstoffe.
Flavonoide
Flavonoide sind polyphenolische Verbindungen mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Sie kommen in nahezu allen Pflanzen vor und sind z. B. in Kamille (Apigenin), Holunderblüten und Schafgarbe enthalten.
Alkaloide
Alkaloide sind stickstoffhaltige Verbindungen mit oft stark ausgeprägten pharmakologischen Wirkungen. Bekannte Vertreter sind Coffein (Kaffee, Tee), Morphin (Schlafmohn) und Chinin (Chinarinde). Sie erfordern in der Regel präzise Dosierung und sorgfältige medizinische Überwachung.
Gerbstoffe (Tannine)
Gerbstoffe wirken adstringierend und werden traditionell bei Durchfall, Entzündungen der Mundschleimhaut und Hauterkrankungen eingesetzt. Sie kommen z. B. in Eichenrinde, Heidelbeeren und Ratanhiawurzel vor.
Schleimstoffe und Polysaccharide
Pflanzliche Schleimstoffe schützen und beruhigen Schleimhäute. Sie finden Anwendung bei Reizhusten, Magenbeschwerden und als Abführmittel (z. B. Flohsamenschalen).
Synergismus pflanzlicher Wirkstoffe
Ein charakteristisches Merkmal pflanzlicher Vielstoffgemische ist der sogenannte pflanzliche Synergismus: Das Zusammenwirken mehrerer Wirkstoffe kann stärker sein als die Summe der Einzeleffekte. Dies ist einer der Gründe, warum standardisierte Extrakte oder reine ätherische Öle – wie das Wacholderbeeröl in Roleca® Wacholder 100 mg – der isolierten Einzelsubstanz häufig überlegen sind.
Qualitätssicherung bei pflanzlichen Wirkstoffen
Die Konzentration pflanzlicher Wirkstoffe kann je nach Anbauregion, Erntezeitpunkt und Verarbeitungsverfahren erheblich schwanken. Zugelassene Phytopharmaka unterliegen strengen Qualitätskontrollen gemäß Europäischem Arzneibuch, die eine gleichbleibende Wirkstoffzusammensetzung sicherstellen.
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